Vermutlich erinnert sich Oli noch an die Anfangszeit meines
Fahrrades... Es war etwa 1995, als ich den Drahtesel mit 2x7 Gängen gebraucht an einer Börse erstand und damit täglich von Zuhause an den Bahnhof pendelte. Noch keine 18, aber schon viel Benzin im Blut, montierte ich zwecks Individualisierung hinten eine originale Golf I GTI Plakette und zog aus, die Freizeit-Rennradler abzutrocknen

und das Velo nannten Oli und ich nur noch "den GTI". Aber bald war das erste Auto Tatsache und das Rad verschwand damit für Jahre im Keller...
Reaktiviert und von Standschäden befreit wurde das Teil erst wieder vor dem Umzug ins Velomekka Kopenhagen (Es kann sich also lohnen, Dinge 10 Jahre aufzubewahren

). Ein paar Monate fühlte sich "GTI" hier sehr wohl (abgesehen von
einigen Zwischenfällen) - bis sich eines Tages die 2-Gang-Nabe mit einem Krachen verabschiedete. Dank der Geografie waren die verbleibenden 7 Gänge immer noch mehr als tauglich. Vor kurzem dann war dann gänzlich Essig, Kugellager kaputt, kein Vortrieb mehr.
Eine Reparatur kam wegen des Alters, der erwarteten Kosten (es wäre ein komplettes Hinterrad fällig) und der in Dänemark wohl aussichtslosen Ersatzteilsituation für Felgen mit 2-Gang-Naben nicht in Frage.
Bereits vor einer Weile habe ich von
Baisikeli erfahren. Das Startup sammelt in Dänemark Velos ein (Alte Firmenflotten, Bestände aus Einsammelaktionen, "Versicherungsfahrräder", private Spenden, etc.) und verfrachtet sie nach Afrika, wo sie in Arbeitslosenprojekten zerlegt und neu aufgebaut werden. Gleichzeitig
vermieten sie auch die noch fahrbaren Geräte sowie Neumaterial, wodurch sie das Projekt finanzieren.
Well, und so führte eines zum anderen...
Henrik von Baisikeli nahm also mein Rad in Empfang und im Gegenzug ich ein gebrauchtes Mietrad der Marke MBK, 7-Gang-Nabenschaltung und Trommelbremsen. So dient mein Malheur hoffentlich gleich doppelt einer guten Sache!
Alles Gute in Afrika und ...farvel GTI!